Verteilen statt vernichten!

Die Idee

Nicht alle Menschen haben ihr täglich Brot – und dennoch gibt es Lebensmittel im Überfluss.

Eine Idee, von der alle profitieren

In Deutschland leben Millionen Menschen in Einkommensarmut oder sind unmittelbar von ihr bedroht: vor allem Arbeitslose, Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner. Wenn das Geld knapp wird, sparen die meisten bei der täglichen Ernährung – zu Lasten ihrer Gesundheit.Gleichzeitig fallen täglich bei Lebensmittelproduzenten, in Supermärkten, in Hotels und Restaurants, auf Wochenmärkten und bei Veranstaltungen große Mengen von Lebensmitteln an, die – obwohl qualitativ einwandfrei – im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verkauft werden können, und oft im Müll landen. Dazu zählen Lagerbestände mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum, Backwaren vom Vortag, Überproduktionen, falsch verpackte Ware oder Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern.

Die Tafeln schaffen einen Ausgleich: Sie sammeln diese überschüssigen Lebensmittel im Handel und bei Herstellern ein und verteilen sie an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen, kostenlos oder gegen eine symbolische Münze. Eine Idee, von der alle Beteiligten profitieren: Lebensmittelhändler und -hersteller übernehmen soziale Verantwortung und sparen zusätzlich Entsorgungskosten. Und Bedürftige erhalten für wenig Geld oder sogar kostenlos qualitativ hochwertige Nahrungsmittel – sowie Motivation für die Zukunft. Ganz nebenbei reduziert sich der anfallende Müll zugunsten der Umwelt.

Verteilt werden bei den Tafeln ausschließlich gespendete Lebensmittel. Zugekauft wird nichts. Miete, Transport- und Verwaltungskosten der Tafeln werden über private und privatwirtschaftliche Spender und Sponsoren gedeckt.
So schaffen die Tafeln eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel – zu Gunsten aller Beteiligten.

Die Geschichte

Die Idee der Tafeln geht in den USA auf das Jahr 1963 in Phoenix/Arizona zurück und wurde 1983 in New York aufgegriffen. In Deutschland verwirklichte 1993 erstmals eine Frauengruppe das Konzept, gespendete Nahrungsmittel an Bedürftige auszugeben. Es folgten Tafelgründungen in Hamburg, München, Düsseldorf und zahlreichen weiteren Städten. Im Jahr 2015 gibt es über 916 Tafeln in Deutschland.

Das Konzept

“Jeder gibt, was er kann und will.” Nach diesem Leitspruch spenden örtliche Bäckereien und Supermarktketten Lebensmittel. Kfz-Mechaniker, Grafiker, Automobilhersteller, Beratungsunternehmen unterstützen die nötige Logistik. Viele Helferinnen und Helfer spenden ihre Freizeit für die Idee. Die gesammelten Lebensmittel werden an bedürftige Personen weitergegeben. Dies geschieht direkt durch Lebensmittelausgaben an die Bedürftigen – oder indirekt, indem Einrichtungen beliefert werden, die Essen an bedürftige Menschen ausgegeben. Die Abgabe der Lebensmittel erfolgt kostenlos oder gegen einen symbolischen Betrag.